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Bergtraktor Merk Pullax

Traktoren & ihre Geschichten

Merk Pullax Bergtraktor: Hintergrundwissen

Von Wolfgang Weiß

Die Serie Merk Pullax wurde von der Hans Merk Maschinenfabrik AG in Dietikon bei Zürich hergestellt. Ab 1960 wurden u.a. die Warchalowski V-Motoren mit 20 PS und 40 PS verbaut. Es gab verschiedene Ausführungen von dem Bergtraktor Merk Pullax. So gab es u.a. eine Militärausführung mit ILO-Motor, der Pullax P 12 – den Pullax P 20, der mit einem D 22 Warchalowski-Motor ausgestattet war – den Pullax P 30 mit Farymann-Motor – den Pullax P 40, der von einem D 42 Warchalowski-Motor angetrieben wurde sowie eine Unimog ähnliche Ausführung, der Pullax P 60 mit Mercedes Motor.

Es gab ab Werk viele verschiedene Ausstattungen für den Bergtraktor Merk Pullax. Unter anderem eine Forstausrüstung, eine Forstpritsche mit einem Meter breite, 2 unterschiedlich lange Ladepritschen, einen Mählader, eine Sattelplatte für den Langholztransport, Dreiseiten- und Mulden-Kipper, Aufsattelfaß, Frontanbauplatte, hydr. Ladekran, usw...

Der Gerätegrundpreis des Merk Pullax P 20 mit D 22 Motor betrug 1963 ÖS 93.100,- (ca. 6.766 Euro). In der folgt beschriebenen Ausführungen lag der Preis sogar bei ÖS 136.000,- (ca. 9.884 Euro), wofür man zu dieser Zeit mehr als 4 VW-Käfer hätte erwerben können.

Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor
Merk Pullax P 20 Bergtraktor

Restaurationsbericht des oben abgebildeten Merk Pullax P 20

Von Wolfgang Weiß

Mein Modell ist ein P 20 aus dem Jahr 1968 mit Warchalowskimotor Typ D 22, V-2 Direkteinspritzer Diesel mit Gebläsekühlung, Bohrung/Hub90/90mm und 20 SAE-PS bei 2.600 U/min. Der Motor ist mit einem ZF Gruppengengetriebe (2×3 Vorwärts- und 2×1 Rückwärts-Gängen) einem Zwischengetriebe mit Seilspill von Plumettaz Typ: CT 74 A, einem verstellbaren Tragrohr und mit einer Portalhinterachse von ZF Typ A, auf der ein ZF Kraftheber mit Bodendruckverstärker und Bosch-Steuerung aufgebaut ist. Die Hydraulik hat einen eigenen Kreislauf, die Pumpe (Bosch) wird über 2 Keilriemen von der Kurbelwellenriemenscheibe angetrieben, der Ausgleichsbehälter steht vor dem Beifahrerplatz.

Ich habe diesen Traktor (in Österreich als Motorkarren Zugelassen) mit österreichischer Einzelgenehmigung von einem steirischen Bergbauern mit Motorschaden erworben. Es war fast 40 Jahre lang eine lange Ladepritsche verbaut, auf dem ein Miststreuer stand. Auf diesem Hof gibt es auch noch einen 2. Pullax P 20, er ist Baujahr 1967 und war die erste Maschine am Hof. Dieser hatte sich so gut gemacht, daß man ein Jahr später ein Vorführmodell erwarb, das nun in meinem Eigentum steht und im östl. Flachland völlig unbekannt ist.

Von der Ladepritsche war außer dem Stahlrahmen und den Beschlägen nichts mehr zu gebrauchen. Ich habe den Motor wieder instandgesetzt, die mehrfach gebrochene Motorhaube (GFK) repariert, den einen – nur noch in fragmenten vorhandenen – Sitz gegen einen moderneren getauscht, die gesamte elektrische Anlage erneuert, die Felgen, Kühlergrill (Aluguß) sowie den Pritschenrahmen und die Beschläge strahlen lassen.

Der Pritschenrahmen wurde verkürzt um die Heckhydraulik verwenden zu können und völlig neu aufgebaut. Die Hinterachse, die Motorhaube, der Tank, die Armaturenkiste und div. Kleinteile mit dem Original Steyr orange lackiert. Der Radstand läßt sich sehr einfach von 1,7 bis 2,6 Meter verstellen, dazu ist nur ein Schraubenschlüssel nötig. Die Ladepritsche kann Werkzeuglos abgehoben werden. Die Achsen sind starr und ungefedert, die Verstellschelle am Tragrohr ist drehber ausgeführt und ermöglicht das Überfahren von Bodenwellen und unebenheiten ohne das ein Rad abhebt.

Der Normalbetrieb treibt die Vorderräder an – Gewichtsverteilung Vorder-/Hinter-Achse leer ca. 2,5:1. Die Umlenkrolle des Seilspills befindet sich annähernd im Maschinenschwerpunkt. Der Seilzug ist Getriebeunabhängig in zwei Geschwindigkeiten vor und zurück schaltbar. Gangabhängig kann man den Seilzug als Seilafzug verwenden. Seillänge bis 300 Meter bei 7mm Durchmesser. Die Steigfähigkeit von meinem Bergtraktor P 20 ist für ein derart altes Gerät sehr hoch, sie beträgt mit 3.000 kg (das sind ca. 1.500 kg Last) im 2. Gang 46%. Allradantrieb, Zapfwelle (2-stufig) sowie die Differentialsperre sind vom Fahrerplatz zuschaltbar.

Copyright

Alle hier veröffentlichten Informationen, Texte und Bilder stammen von Zugtier-Gastreporter Herr Wolfgang Weiß aus Österreich. Einige Informationen stammen aus der 3teiligen Buchserie über Wachalowski von Herrn Edwin Putz, ein guter Bekannter von Herrn Weiß. Herr Wolfgang Weiß interessiert sich sehr für die Geschichte der Merk Fahrzeuge, sollten noch weitere Informationen über die seltenen Fahrzeuge bekannt sein, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Vielen Dank!
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